| Berufliche Bildung

Zimmerer: Ein Beruf mit Zukunft

Während des Theaterstücks baut Zimmermeister Richard Betz nebenbei die Leonardobrücke auf. Hier führt er in der Mittelschule an der Reichenaustraße einen Schüler drüber.  

"Finde dich heraus, und du erfindest dich selbst" - Dieser Spruch kommt im Theaterstück "Mit Herz und Hand" des Zimmermeisters Richard Betz vor. Er passt zu Betz, der seine Bestimmung als Zimmerer gefunden hat. Die Begeisterung für den Holzbau vermittelte er am 5. Juni 2019 den Jugendlichen an zwei Münchener Mittelschulen - an der Weilerstraße und an der Reichenaustraße.

An über 30 Schulen führt Betz das Stück in diesem Jahr auf. "Viele kennen den Beruf des Zimmerers gar nicht", sagt er. Ohnehin habe eine jüngst in Deutschland veröffentlichte Studie gezeigt, dass Jugendliche höchstens zehn Berufe kennen. Und, meint Betz: "Das Handwerk wird unterschätzt."

Die Leonardobrücke kommt ohne eine einzige Schraube aus

Betz erzählt in seinem Stück die Lebensgeschichte des Paul Ballmer, der als gieriger Finanzhai beginnt und nach einem tiefen Absturz schließlich doch noch seinen Traumberuf findet und ergreift: das Zimmererhandwerk.

Auf unterhaltsame Art mischt Betz selbst Erlebtes mit Ausgedachtem, tritt immer wieder in einen Dialog mit seinem Publikum und baut nebenher aus kurzen Kanthölzern eine mehrere Meter lange sog. Leondardobrücke auf – ganz ohne Nägel oder Schrauben.

Lehrlinge erzählen von ihrer Entscheidung für den Zimmererberuf 

Im Anschluss testen einige Schüler die Standfestigkeit der Brücke. Und natürlich: Sie hält. Doch warum werden junge Leute Zimmerer? Hierzu erzählten in der Mittelschule an der Reichenaustraße Auszubildende aus dem Berufsgrundschuljahr, die mit ihren Lehrern vor Ort waren.

Entscheidung für Zimmererlehre nach Praktikum

Kilian Scherer macht seine Zimmererlehre im Betrieb von Andreas Vollrath, dem Obermeister der Zimmerer-Innung München. Dabei hatte sich Kilian nach der Realschule zunächst für die Fachoberschule entschieden. Dort merkte er, das war nicht das Richtige. Nach einem Praktikum bei seinem jetzigen Chef Andreas Vollrath, war es ihm dann klar: "Zimmern, etwas mit den eigenen Händen und das Ergebnis sehen, macht mir total Spaß!"

Unterstützung erhielt Betz auch von den Mitgliedern der Zimmerer-Innung München. Neben Obermeister Vollrath war auch sein Stellvertreter Werner Trollmann in der Reichenaustraße. Beide berichteten von ihrem Werdegang zum Zimmerer, Zimmermeister und Betriebsinhaber. 

Als Ranger in den USA zum Holzbau gefunden

Vollrath verbrachte als junger Erwachsener einige Zeit in den USA. Dort hat er durch die Arbeit als Ranger in einem Nationalpark zum Holzbau gefunden. "Und die Arbeit mit Holz macht mir weiterhin viel Spaß!" Auf die Vielfältigkeit des Zimmererberufs ging Werner Trollmann ein, der sich vor allem auf den Messebau spezialisiert hat und in diesem Bereich seine Erfüllung findet.

Die Zimmererauszubildenden Kilian Scherer und Moritz Willner (1. Lehrjahr, von rechts) erzählten davon, warum sie sich für den Zimmererberuf entschieden haben.

Das Stück "Mit Herz und Hand" kam bei den Mittelschülern an der Reichenaustraße gut an. Im Anschluss drängten die Jugendlichen zu den Zimmerern aufs Gruppenbild.

Geballte Zimmererpräsenz: Schauspieler Richard Betz (2.v.r.) erhielt Unterstützung von Obermeister Andreas Vollrath (r.), stv. Obermeister Werner Trollmann (l.) und den Lehrern Manfred Wiblishauser und Andreas Schmelcher (ab 2.v.l.).  

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